Mein kleines Schlafzimmer und wie ich es trotzdem lieben lernte

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작성자 Shelia
댓글 0건 조회 25회 작성일 26-07-01 18:37

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Unser Schlafzimmer ist mit Abstand der kleinste Raum in der Wohnung. Nur zwölf Quadratmeter, schräger Dachboden, und ich wollte darin ein Doppelbett unterbringen plus irgendwie Platz für Kleidung. Die Lösung war ein Bett mit Storage in massiver Eiche, das unter der Liegefläche drei große Schubladen verbirgt. Dort verstauen wir jetzt Bettwäsche, Decken und die Winterjacken, die sonst im Weg lägen. Die Matratze habe ich gegen eine 20 cm dicke Kaltschaum-Matratze getauscht, die auf einem stabilen Lattenrost aufliegt. Der Lattenrost ist nicht der billigste aus dem Baumarkt, sondern einer mit verstellbaren Kopf- und . Das klingt luxuriös, aber für kleine Räume ist das Gold wert, denn man kann zum Lesen hochklappen, ohne dass ein Keilkissen den ganzen Platz im Bett frisst. An den Wänden hängen nur zwei kleine Regale, damit der Raum nicht erdrückt.


Wenn man auf wenig Fläche wohnt, stellt man schnell fest, dass das Thema bedroom design kein reiner Schönheitskram ist, sondern eine handfeste Platzfrage. Jeder Quadratmeter muss doppelt funktionieren. Bei mir ist das Bett tagsüber gleichzeitig Couch. Dafür habe ich es mit einem großen Rückenkissen ausgestattet, das ich abends einfach hinter das Kopfende schiebe. Das Bett selbst steht nicht mittig im Raum, sondern mit der Langseite an der Fensterwand. Das gibt mehr Bewegungsfreiheit. Die Farbe an der Wand ist ein dunkles, warmes Petrol. Viele scheuen sich vor dunklen Tönen im kleinen Raum, aber das Gegenteil ist der Fall: Die Farbe zieht die Wände optisch zusammen, sodass der Raum eine gemütliche Höhle wird. Allerdings muss man dann auf Kontraste setzen. Helle Bettwäsche und ein cremefarbener Teppich verhindern, dass der Raum in der Dunkelheit verschluckt wird.


Vor einem halben Jahr stand ich vor einem anderen Problem. Meine Mutter wollte übers Wochenende kommen, aber ein Gästezimmer habe ich nicht. Also schlief sie auf meiner Couch im Wohnzimmer, der alten klapprigen mit den durchgelegenen Polstern. Nach drei Nächten sagte ich mir: So geht das nicht weiter. Ich tauschte die Couch gegen ein echtes Schlafsofa. Das Modell hat einen Metallrahmen, der in Sekundenschnelle per Click-Clack Mechanismus umklappt zu einer Liegefläche von 140 mal 200 Zentimetern. Darauf liegt ein 12 cm dicker Schaumstoff, der fest genug ist für einen erwachsenen Rücken. Die Polsterung ist aus Samt, aber nicht so edel, dass man Angst haben muss, ein Glas umzuwerfen. Das Schlafsofa steht jetzt im Wohnzimmer und dient tagsüber als bequeme Sitzbank, nachts als Gästebett.


Der Click-Clack Mechanismus war für mich eine echte Erleuchtung, denn früher dachte ich, alle Schlafsofas funktionieren wie diese schweren alten Klappsofas, bei denen man die Sitzfläche hochhebt und die Rückenlehne runterklappt. Aber der Click-Clack ist viel einfacher. Man zieht die Sitzfläche nach vorne, die Rückenlehne klappt von alleine nach hinten, und mit einem leisen Klick rastet alles ein. Kein Gezerre, keine geklemmten Finger. Ich bereue nur, dass ich nicht gleich auf eine Variante mit einer vernünftigen Matratze geachtet habe. Das erste Modell hatte nur eine dünne Schaumschicht, und nach zwei Stunden lag man auf dem Lattenrost aus dünnen Leisten. Also habe ich den Bezug abgezogen und eine 8 cm dicke Komfortschaum-Auflage reingelegt. Jetzt schläft meine Mutter darauf und beschwert sich nicht mehr.


Was ich bei meiner Suche nach Gästebetten gelernt habe: Viele Kleinstwohnungen haben gar kein separates Schlafzimmer, sondern eine Nische oder einen Durchgangsraum. Da bietet sich eine Schlafcouch an, die tagsüber zum Sofa wird. Aber auch hier muss man genau hinschauen. Die meisten billigen Modelle haben eine Liegefläche von nur 120 mal 190 Zentimetern. Für zwei Erwachsene ist das zu schmal. Ich habe eine Schlafcouch mit 140 Zentimetern Breite gefunden, die noch in den Flur passt, wenn man sie zusammenklappt. Die Polsterung ist aus einem dicken Samt in Salbeigrün. Das klingt mutig, aber in einem Raum mit weißen Wänden und Holzboden wirkt das frisch und ruhig. Achtung: Wenn man den Bezug abnimmt, um ihn zu reinigen, sollte man vorher testen, ob der Stoff fusselt. Samt kann da manchmal zickig sein.


Die Kombination aus Bett mit Stauraum und einer flexiblen Gästelösung hat meinen gesamten Wohnalltag verändert. Früher lag die Bettwäsche überall herum, weil ich keinen Schrank dafür hatte. Heute ist alles in den Schubladen unter dem Bett verstaut, ordentlich gefaltet nach Farben. Die Gästebettwäsche liegt separat in einer Kiste in der untersten Schublade, damit ich nicht jedes Mal alles durchwühlen muss. Und wenn meine Mutter kommt, mache ich das Sofa auf, ziehe die Spannbettlaken über den Schaumstoff, lege das Kopfkissen oben drauf und die Tagesdecke als leichte Zudecke. Das alles in weniger als fünf Minuten. Der Rest des Zimmers bleibt dabei aufgeräumt, weil die ganzen Textilien einfach aus dem Weg sind.


Bei der Planung eines kleinen Schlafzimmers sollte man sich auch über die Durchgänge Gedanken machen. Mein erstes Schlafzimmer-Bett hatte einen hohen Rahmen, und ich bin mir ständig den kleinen Zeh gestoßen. Das neue Bett ist niedriger, der Lattenrost liegt fast auf dem Boden auf, sodass ich mit den Zehen nur über das Rahmenende schramme, wenn ich unvorsichtig bin. Außerdem habe ich an der Wand gegenüber vom Bett einen schmalen Kleiderständer aufgestellt, der nicht mehr als 40 Zentimeter Tiefe hat. An dem hängen die Klamotten für die nächsten zwei Tage, und der Rest bleibt im Schrank. So wirkt das Zimmer nicht zugestellt. Ein heller Vorhang vor dem Kleiderständer verdeckt die Kleidung und macht den Raum ruhiger. Viel mehr braucht es nicht für ein gelungenes bedroom design in der Stadtwohnung.


Manchmal denke ich, dass wir zu viel Zeit mit der Suche nach dem perfekten Möbelstück verbringen. Dabei reicht oft ein gut durchdachtes Grundgerät, das mehrere Rollen erfüllt. Mein Bett mit integrierten Schubladen, das Schlafsofa mit der schnellen Umklappfunktion und der bequemen Polsterung diese drei Teile haben meine Wohnung von einem chaotischen Lager zu einem Ort gemacht, an dem ich mich abends wohlfühle. Die Farben sind zurückhaltend, die Möbel robust, und alles ist so arrangiert, dass man sich nicht stößt. Selbst die Katze hat ihren Platz gefunden: Sie schläft am liebsten auf dem gepolsterten Fußteil der Couch, dort wo der Samt am weichsten ist. Das ist für mich der beste Beweis, dass ein kleiner Raum nicht feindlich sein muss, wenn man die Möbel richtig wählt.

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